Studie zeigt: Agiler Führungsstil liegt im Trend

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Foto: Stephan Henning, Unsplash

Agil bedeutet für mich in Bewegung zu sein und sich an neue Gegebenheiten anzupassen. Nachdem es in letzter Zeit viele Veränderungen gab, die Komplexität in der Arbeitswelt gestiegen ist und Change quasi „the new normal“ geworden ist, hat das Thema der Agilität an Fahrt aufgenommen. Dazu haben wir im Hernstein Management Report mehr als 1.500 Führungskräfte in Österreich und Deutschland befragt. Die Studie zeigt, dass der Trend klar in Richtung einer Agilität geht, die auf die Selbstorganisation der Mitarbeitenden vertraut. 49 Prozent der befragten Führungskräfte lebten das ihrer Aussage nach bereits vor der Covid-19-Krise, danach waren es mit 52 Prozent knapp mehr.

Ich persönlich empfinde Agiles Leadership als eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Als Führungskraft kann ich mich tatsächlich aufs Führen konzentrieren und schaffe eine Arbeitsatmosphäre von Wertschätzung. Zusätzlich führen sich die Mitarbeitenden selbst und gewinnen dadurch mehr Freiheit für selbstverantwortliches Handeln. Sowohl Kundinnen und Kunden als auch Mitarbeitende profitieren von kürzeren Entscheidungswegen und den daraus resultierenden, rascheren Entscheidungen.

Sechs von zehn Führungskräfte vertrauen auf agile Selbstorganisation

Der erste Report aus dem Jahr 2020 ergab, dass 60 Prozent der Führungskräfte heute einen agilen Führungsstil anwenden. Weibliche Führungskräfte (63 %) setzen mehr darauf als ihre männlichen Kollegen (58 %). Ebenso überdurchschnittlich agilitätsorientiert sind österreichische Führungskräfte unter 40 Jahren (63 %), Führungskräfte in Großbetrieben mit mehr als 5000 Beschäftigten (62 %) sowie – besonders stark – die IT- und Telekom-Branche mit 69 Prozent. Dies ist durchaus naheliegend, da das Konzept der Agilität dieser Branche entstammt.

Beim agilen Führen geht es um mehrere Bereiche. Einerseits liegt der Fokus auf der Organisation und andererseits auf mir als Person und Führungskraft. Denn im Hinblick auf die Organisation braucht es ein agiles Mindset aller Beteiligten, eine Organisationsstruktur, die Agilität zulässt und Prozesse, die agiles Arbeiten erlauben.

Merkmale agiler Führungskräfte

Was macht agile Führungskräfte nun genau aus? Vier Merkmale sind aus meiner Sicht wesentlich. Agile Führungskräfte …

  • handeln als Vorbilder und reflektieren sich selbst,
  • kommunizieren mit ihren Mitarbeitern auf Augenhöhe,
  • fällen Entscheidungen in selbstorganisierten Teams und Prozessen und
  • nehmen die persönlichen Stärken, Entwicklungspotenziale und Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter wahr und gehen darauf ein.

Drei-Jahres-Trend: Agiler Führungsstil nimmt weiter an Bedeutung zu

Wir haben die im Zuge der Erhebung befragten Führungskräfte aus Österreich und Deutschland auch um einen Ausblick in die Zukunft gebeten. In drei Jahren sehen 65 Prozent der Führungskräfte einen agilen Stil in ihrem Unternehmen als tonangebend an. Dies entspricht einer Steigerung von fünf Prozent gegenüber heute. Bemerkenswert ist, dass sich der Anteil jener Führungskräfte, die eine uneingeschränkte Verwirklichung des agilen Ansatzes kommen sehen, von derzeit sechs auf 13 Prozent mehr als verdoppelt.

Frauen vertrauen stärker auf Agilität als Männer

Das stärkere Vertrauen von Frauen in Agilität bleibt bestehen. Während 67 Prozent der weiblichen Führungskräfte meinen, dass in den kommenden drei Jahren ein agiler Führungsstil gefragt sein wird, sind es unter ihren männlichen Kollegen 58 Prozent.

Welche Kompetenzen benötigen agile Führungskräfte?

Auch wenn die Pyramide der Führung im agilen Leadership hierarchisch auf dem Kopf steht und agile Unternehmen auf die Selbstorganisation der Mitarbeitenden setzen, braucht es dennoch Führungskräfte. Und zwar jene, die ihren Mitarbeitenden den Sinn ihres Tuns vermitteln. Was benötigen wir, um erfolgreich zu sein? Wie sieht das „Big Picture“ beziehungsweise die Vision des Unternehmens aus und wie kann ich diese als Führungskraft lebbar machen?

Agile Leader nehmen eine Vorbildfunktion ein und sehen Führung als Service an den Mitarbeitenden. Welche Strukturen und Prozesse benötigen sie, um optimal arbeiten zu können? Wie gestalte ich eine Unternehmenskultur, die agiles Arbeiten erlaubt und wie kann ich diese in meinem Unternehmen entwickeln? Wichtig ist meines Erachtens besonders der Blick auf die Stärken in meinem Team und wie ich jede und jeden Einzelnen individuell in ihrer beziehungsweise seiner Entwicklung unterstützen kann.

Den gesamten Report können Sie hier lesen.

Porträtbild Michaela Kreitmayer
Michaela Kreitmayer

Michaela Kreitmayer ist die Leiterin des Hernstein Instituts. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehört das Coachen von Führungskräften zu Themen wie Karriere, Potenzialentwicklung oder Konfliktmanagement.

Michaela Kreitmayer

Michaela Kreitmayer ist die Leiterin des Hernstein Instituts. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehört das Coachen von Führungskräften zu Themen wie Karriere, Potenzialentwicklung oder Konfliktmanagement.