Gesund zur Arbeit: Zumtobel fördert Dienstfahrräder

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Foto: Daniel von Appen, Unsplash

Wie sehen Regelungen zu Jobrädern in der Praxis aus? Wir haben Stefan Rauth, Senior Vice President Global Human Resources bei der Zumtobel Group, gefragt, wie sein Unternehmen Dienstfahrräder einsetzt.

Herr Rauth, die Zumtobel Group stellt ihren Mitarbeitern Dienstfahrräder zur Verfügung. Wie sieht die Regelung genau aus?

Die Zumtobel Group stellt ihren Mitarbeiter zu attraktiven Bedingungen Dienstfahrräder zur Verfügung, die sie auch privat nutzen können. Dafür sagen die Mitarbeiter zu, das Fahrrad möglichst regelmäßig für den Weg zur Arbeit und für andere dienstliche Wege einzusetzen. Somit unterstützen wir als Arbeitgeber mit den Dienstfahrrädern, dass unsere Mitarbeiter berufliche als auch private Wege vermehrt gesund und umweltfreundlich zurücklegen.

Wir bieten unseren Mitarbeiter konkret zwei Varianten an, abhängig von der Höhe des Kaufpreises. Bei beiden können sich die Mitarbeiter ihr Rad selbst bei einem unserer lokalen Vertrags-Fahrradhändler aussuchen.

Für die erste Variante, ab einem Kaufpreis von 1.500 Euro, zahlt der Mitarbeiter eine monatliche Nutzungsgebühr mit einer Vertragslaufzeit von 48 Monaten direkt an uns. Die Höhe der Nutzungsgebühr hängt vom Kaufpreis des Rades ab, sie beginnt bei 31 Euro. In einem ersten Schritt übernimmt die Zumtobel Group den gesamten Kaufpreis. Nach den 48 Monaten gehört das Rad dann zur Gänze dem Mitarbeiter.

Bei der zweiten Variante, mit einem Kaufpreis unter 1.500 Euro, gibt es keine monatliche Nutzungsgebühr, sondern speziell ausverhandelte Händlerrabatte (bis zu 15 Prozent), die unsere Mitarbeiter nutzen können. Der Mitarbeiter bezahlt in diesem Falle das Fahrrad selbst und direkt beim Händler.

Welche Ziele verfolgen Sie mit der Initiative für Dienstfahrräder?   

Indem wir Mitarbeiter beim Erwerb von Dienstfahrrädern unterstützen, möchten wir in erster Linie in die Gesundheit unserer Mitarbeiter investieren. Weiter fördern wir als Unternehmen gezielt den Radverkehr und tragen so dazu bei, dass sich das lokale Verkehrsaufkommen durch weniger motorisierten Individualverkehr reduziert, was  für eine entspanntere Verkehrssituation im Anrainergebiet direkt an unseren Produktionsstandorten in Dornbirn sorgt.

Gleichzeitig ist es ein Ausdruck von Wertschätzung, die wir unseren Mitarbeitern entgegenbringen, wenn sie mit dem Rad zur Arbeit kommen und so aktiv ihre Gesundheit als auch die Umwelt unterstützen. Wir versuchen auch Mitarbeiter zu motivieren, die eventuell auf ein Dienstfahrrad umsteigen wollen, aber noch zögern.

Wie wird das Angebot angenommen? Wie viele Mitarbeiter nutzen bereits Dienstfahrräder?

Das Interesse an Dienstfährrädern ist bei den Mitarbeitern der Zumtobel Group groß. Aufgrund dieser Nachfrage haben wir bereits zwei sogenannte E-Bike-Aktionen am Standort Dornbirn umgesetzt. Die jüngste Dienstfahrrad-Aktion hat 2018 unser Mobilitätsteam ehrenamtlich organisiert. Das Team hat mit regionalen Fahrradhändlern ein Einkaufsvolumen und einen Rabatt verhandelt, die Mitarbeiter konnten sich ihre Räder aussuchen und das Mobilitätsteam kümmerte sich um die Bezahlung der Räder beim Händler und um die Nutzungsgebühr. Insgesamt nutzen rund 200 Mitarbeiter unseres Unternehmens ein Dienstfahrrad, sprich circa zehn Prozent der Belegschaft an den Standorten in Dornbirn.

Zum Vergleich: Wie groß ist Ihre Dienstwagenflotte?

In der Konzernzentrale in Dornbirn stehen den 200 Dienstfährrädern 116 Dienstfahrzeuge entgegen, wovon wir 32 als Poolfahrzeuge nutzen. Das zeigt uns, dass sich das Dienstfahrrad einer gewissen Beliebtheit erfreut und es seitens unserer Mitarbeiter ein klares Interesse gibt, berufliche und private Wege vermehrt gesund und umweltfreundlich zurückzulegen.

Bei der Dienstwagenflotte setzen wir verstärkt auf nachhaltige Antriebsformen: So sind von den 116 Dienstfahrzeugen acht E-Autos und sechs Hybridfahrzeuge.

Planen Sie, die bestehende Initiative für Dienstfahrräder nach der Corona-Krise auszubauen, beizubehalten – oder eher zu reduzieren?

Das Thema Dienstfahrräder ist und bleibt für uns und unsere Mitarbeiter relevant und wir werden die bestehende Initiative fortsetzen. Sowohl die Nachfrage aus der Belegschaft für eine weitere Aktion ist vorhanden, also auch unser Interesse als Arbeitgeber, die Gesundheit unserer Mitarbeiter zu fördern und gleichzeitig einen Beitrag zu weniger CO2-Emissionen zu leisten.

Interview: Bettina Geuenich

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Bettina Geuenich ist die Chefredakteurin der Fachzeitschrift personal manager und des Portals HRM.at. Sie beobachtet seit rund 17 Jahren die HR-Szene in Österreich und schreibt darüber.

Bettina Geuenich

Bettina Geuenich ist die Chefredakteurin der Fachzeitschrift personal manager und des Portals HRM.at. Sie beobachtet seit rund 17 Jahren die HR-Szene in Österreich und schreibt darüber.